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Konfirmandenseminar vom 12. – 14. März 2010

Ein hartes Stück Arbeit erwartete demgegenüber die 28 Konfirmanden und Konfirmandinnen sowie das sechsköpfige Betreuerteam im März, denn schon am kommenden Wochenende stand mit dem abschließenden Vorstellungsgottesdienst die letzte „Bewährungsprobe“ vor dem Konfirmationsgottesdienst an.

Noch am Ankunftsabend ging es unter dem Arbeitstitel „Jesus der Jude“ in medias res und an die Einteilung der Arbeitsgruppen für den nächsten Tag. Auch hier kam der Gesang nicht zu kurz, hatten wir doch mit „Man sagt er war ein Gammler“ ein modernes Lied gefunden, das sich der Gestalt Jesu auf vielfältige Weise nähert. Am Samstag trennten sich die Arbeitsgruppen nach dem Frühstück alsbald auf und verteilten sich auf unterschiedliche Seminarräume und Zimmer. Die Liturgiegruppe unter Joachim Knoll zog die organisatorischen Fäden. Die Gruppe legte den Gottesdienstablauf fest, kümmerte sich um die Liedauswahl und feilte an Texten für Begrüßung und Überleitung, an Gebeten und Fürbitte. Jesu Predigt in der Synagoge setzte die Gruppe von Angelina Scholl in ein Spielstück um. Die Tempelreinigung war Ausgangspunkt für die Gruppe von Pfarrer Oberlinger, den Tempel symbolisch als unser Herz darzustellen. Die Konfirmanden machten mit ihrem Bild deutlich, dass auch unser Herz manchmal Bethaus und Räuberhöhle sein kann.

Die Gruppe von Tobias Sauter stellte die Taufe Jesu als Beginn seines Wirkens ebenfalls in einem selbst verfassten Anspiel dar. Mit Hilfe verschiedener Anschauungsmaterialien brachte uns die Gruppe um Anke Müller die Bedeutung des Passahmahls für die Juden und die Parallelen zum Abendmahl näher. Meine Gruppe schließlich spannte wieder den Bogen in die Gegenwart. Auf die Fragestellung „Und wer ist Jesus für dich?“ wurden persönliche Antworten formuliert und passende grafische Elemente für die Präsentation an einer Pinnwand gestaltet.

Bevor es am späten Nachmittag an eine erste Vorprobe des Gesamtablaufs ging, hieß es nach dem Mittagessen aber zunächst etwas frische Luft tanken. Da wir uns mit Worms passend zum Inhalt unseres Gottesdienstes gleichzeitig eines der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland ausgesucht hatten, lag es nahe, dass wir den Spaziergang mit einer lebensnahen und anschaulichen Führung verknüpften.

Mucksmäuschenstill verfolgten die Konfis zunächst im Raschi-Haus ein kurzes Video über Alltagsleben und Religion im jüdischen Worms. Anschließend durften alle einen Blick in die Mikwe werfen und in die Synagoge gehen. Anders als beim Kirchgang hieß es hier für die männlichen Besucher: Hut, Mütze oder Kapuze auf! Wer ohne war, konnte sein Haupt am Eingang leihweise mit einer Kippa bedecken.

Mit dem Judenfriedhof – übrigens dem ältesten in Europa – erwartete uns noch ein weiteres beeindruckendes Zeugnis jüdischer Kultur, bevor wir endgültig den Rückweg zur Jugendherberge antraten.

Trotz einer noch recht holprigen Gottesdienstprobe, sollte aber auch bei diesem Seminar der Spaß nicht zu kurz kommen. Bald nach dem Abendessen versammelten sich alle bei Hagen und Brunhild zu einer Kutschfahrt der besonderen Art, die nicht nur die Lachmuskeln der Anwesenden sondern auch die Beinmuskulatur unseres Betreuers Tobias (nicht wahr lieber Kutscher?) arg strapaziert hat. Im Anschluss hieß es dann bis zur Nachtruhe „Wer bin ich?“ – ein heiteres Personenraten mit zwei konkurrierenden Mannschaften. (Lieber Pfarrer Oberlinger, keine Angst, Ihr „päpstliches“ Geheimnis ist bei uns sicher aufgehoben!).

All Morgen ist ganz frisch und neu. Das dachten sich wohl auch die Konfis am Sonntagmorgen. Nach Frühstück und geordnetem Rückzug aus den Zimmern stand nämlich sozusagen die (Fast-) Generalprobe des Vorstellungsgottesdienstes an, die wir gleichzeitig als unseren gemeinsamen Sonntagsgottesdienst feiern wollten. Zur großen Erleichterung klappte alles schon wesentlich besser als gestern. Da sich auch diese Konfirmandengruppe im Laufe des Seminars als äußerst sangesfreudig herausgestellt hat, schmetterten wir abschließend noch einmal unser Konfi-Lied „Aufsteh’n, aufeinander zugeh’n“, das wir im Chor auch für die Gemeinde singen wollten. Mit einer persönlichen Feedbackrunde endete ein arbeitsintensives aber nichts desto trotz ereignisreiches und fröhliches Wochenende und ein allerletztes Mal hieß es „Aufsteh’n,“ … und zum Bahnhof geh’n. Die echte Generalprobe gab es übrigens dienstags darauf in der Speyerdorfer Kirche. Vom Ergebnis durften sich Eltern, Angehörige und Gemeinde dann am 21. März im Vorstellungsgottesdienst selbst überzeugen.

Elke Müller